TRADITIONELLE INDIGENE MUSIK

KURSE UND WORKSHOPS

“Zum weinen bringen…, blasen”… sind die indigenen Ausdrücke für das, was wir Musik nennen. Das Wort Musik existiert nicht in den Sprachen Quechua und Aymara. Was bedeutet das, was wir Musik nennen, für die Indigenas?

Im indigenen Konzept, ist das Erzeugen von Melodien und Rhythmen verbunden mit dem Wachstum der Pflanzen, dem Dialog zwischen den Menschen und ihren Ahnen, sowie mit den kosmischen Zyklen. Somit ist “die Musik” teil der Natur und ihres Lebens, sie ist ein Medium das eint und verbindet.

Du lernst die kulturellen Hintergründe der indigenen Musik kennen, gleichzeitig erlernst du melodische grooves und traditionellen Gesänge.

Musik und Kosmologie

Warmi – Qhari (Frau – Mann), Die Sexualisierung der Musikinstrumente.

“Wir feiern, also sind wir”, die Existenz basierend auf die Verbundenheit, im Gegensatz zur Individualität. Erlebe die Communitas und die Gemeinschaft durch die Musik.

Animu und Sami – das Prinzip der animierenden Essenz bezüglich der Musikinstrumente.

Pitay phullu: Ayarachi music and dance from Paratia, Puno
(By Angel Romero).

Musik und Gesänge in den rituellen Kriegen und Wettkämpfe

“Das Blut befruchtet die Erde”, die Musik und ihre Instrumente in den rituellen Kämpfe und Schlachten (Tupay und Tinkuy); die Musik als animierendes Medium und als Mittel zur Vorhersage, die Rolle der Flöten und Trommeln in den Riten des Übergangs.

Music from the ritual battles in Ch´iaraje, Cusco
(By Wiñay Productions).

 

Die Musik und ihre Beziehung zu den Jahreszeiten

In den Anden sind die Jahreszeiten durch Trocken – und Regenzeit definiert. Auch die musikalischen Praktiken sind in diesem Zyklus integriert.

Trockenzeit: Das Verschwinden der Pleyaden, die Wintersonnenwende und das Auftreten der Sicuriadas und Kena Kenas (Kolektivmusik des Hochlandes).

Regenzeit: Der Zenit der Pleyaden, Invokation und Willkommenheissung der Ahnen – Tarkeadas und Pinkilladas (Kollektivmusik des Hochlandes).

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Musikinstrumente
ein ethnohistorisches und ethnografisches Panorama

– Töne und Botschaften aus der Zeit der Vorfahren: Prekolumbine Musikinstrumente, ihre möglichen Spielarten, ikonografische und organologische Analysen. Dabei verwenden wir Replikate von Insturmenten aus Museen und Sammlungen.

– Das Erbe der Ahnen: Traditionellen “Orchester” des Altiplanos wie Sikuris, Tarkeadas und Qena Qenas: Die hierarchische Struktur und Organisation der Instrumentierung und der Teilnehemer.

– Zwischen Tradition und Moderne: Musikalische Instrumente und Formationen der südlichen peruanischen Anden; die Magie und Estätik des heutigen musikalischen Synkretismus, sowie Musikgruppen des Karanvals u.a.

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“In der Regenzeit kommt der Carnaval aus dem Fluss. Er besteht aus einer Gruppe von mehreren Personen. Sie wandern in den Bergen umher, spielen Pinkullus und singen Qhashwas. An gewissen Stunden ist es möglich auf sie zu treffen. Du glaubst, dort deine Freunde, Nachbarn und Bekannte zu sehen, wie sie tanzen und singen… aber in Wirklichkeit sind sie es nicht; es ist der Carnaval, un er kann dich mitnehmen, und du kehrst niemehr zurück.”

(aus Chumbivilcas, Cusco)
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Ikonografie Mochica (ca. 500 n. Chr.)